#1

Sternenkind Marvin (Dandy-Walker-Syndrom)

in Erfahrungsberichte 08.04.2011 23:46
von Peggy Sue | 8 Beiträge

Seit dem 21.03.2010 wusste ich durch einen Schwangerschaftstest das ich Schwanger bin und war überaus Glücklich da wir schon 2 Kinder verloren haben, zwar schon in der 7.SSW aber es war schon Hart. Die Wochen vergingen und mir wurde übeler und übeler bis ich im Krankenhaus war und ich Künstlich Ernährt werden musste. Nach dem schon 2 Zentralvenösekatheter in meinem Hals hatte musste ich auch noch zur Magenspiegelung und denn auch noch eine Magensonde durch die Nase weil die Ärzte mich in der Psychiatrie für Depression einweisen wollten was auch passiert. Dort ging es mir am 2. Tag schon so gut das ich wieder normal essen konnte und endlich meine Schwangerschaft genießen konnte! Da war ich in der 19. SSW!

Eine Woche später hatte ich einen Termin für die Feindiagnostik, und da fing es erst so richtig an. Wir bekamen die Diagnose Dandy-Walker-Zyste am Kleinhirn, dadurch die Verstopfung am 3. und 4. Ventrikel und dadurch einen Asymetrischen Hydrocephalus.

Meine Heile Welt brach zusammen... als ich wieder auf der Statio ankam und mich eine Krankenschwester ganz aufgeregt frage wie es war und ob ich ein schönes Bild bekommen habe, brach ich vor ihr zusammen und bekam einen Heulkrampf der ne gute Stunde anhielt. Dann kam ein Arzt der mir was zur Beruhigung gab und dann hörte ich nach 5 Minuten auf zu Heulen. Er fragte mich was passiert ist und ich erzählte es ihm unter dicken Krokodilstränen. Ich versuchte meinen Mann anzurufen der aber leider nicht ran ging und somit schrieb ich ihm eine SMS ind der darin Stand, ich kann nicht mehr ich habe einen Nervenzusammenbruch, unser Sohn ist Behindert. 5 Minuten später rief er an und bekam 2 Minuten kein Wort raus weil er so bitterlich weinte... Er wurde gleich nach Hause gefahren weil nix mehr ging.

Eine Stunde Später, hatte ich im Krankenhaus einen Termin beim Humangenetiker der mich ein wenig aufklären sollte was das ist wo das herkommen könnte was denn am nächsten Tag auf mich zukommt mit der Fruchtwasseruntersuchung und so weiter... Er konnte mir leider kein Trost schenken weil so etwas äußerst selten vorkommt und man leider nicht genau weiss wie das zu stande kam. Dann kam mein Mann zu mir auf die Depressivstation und fing wieder an zu weinen. Wir konnten es nicht Fassen das wir solch ein Pech haben! Wir unterhielten uns wie sehr stark Krank unser Sohni ist und was wir machen wollen und mein Mann und ich konnten es nicht übers Herz bringen daran zu denken unsern gemeinsammen Sohni in den Kindersternhimmel zu schicken! Nie mals in meinem Leben wollte ich mir darüber gedanken machen ob mein Kind leben darf oder nicht... Es ist zum Heulen.

Am nächsten Tag war die Fruchtwasseruntersuchung. Der Arzt der auch die Feindiagnostik machte, machte auch die Fruchtwasseruntersuchung. Er schallte noch mal über unseren Sohni und ich fing wieder an zu Heulen. Ich dachte immer das so eine Entnahme weh tut, war aber dem nicht so. Zum Glück, den mein Herz schmerzte schon stark genug. Ein paar Tage später waren wir in Lübeck zur Zweitmeinung einholen aber da kam genau das gleiche raus. Leider! Am gleichen Abend mussten wir uns entscheiden und es dem Humangenetiker am nächsten Tag sagen. Das Ende vom Lied, unser Sohni muss zu den Sternen... Der Arzt machte gleich für den nächsten Tag den Abbruch fest, er sagte das muss so schnell wie möglich passieren weil der Kleine sonst zu schwer wird und es eine Totgeburt ist. Also mit Standesamt und solchen Behördenscheiss noch.... das wollten wir nicht!

Am nächsten morgen als wir zu Hause aufwachten und wussten das es Heute in die Klinik geht zum Abbruch fingen wir wieder an zu weinen und mein Mann kuschelte mit meinem bauch weil der Kleine gerade wach war...

Am Nachmittag wurde ich in der Frauenklinik aufgenommen und die Ärztin gab mir die ersten 2 Tabletten für die Wehenauslösung. Es dauerte so ca. eine Stunde und ich hatte schon Schmerzen als wenn ich meinen Trödel habe und der war nicht ohne... Wir waren gerade einen Kaffe trinken als ich sagte ich muss Hoch, ich brauch was gegen die Schmerzen. Der Kleine zappelte wie wild in meinem Bauch herum. Dann kam eine Schwester die mir eine Spritze gab gegen die Schmerzen, dann musste ich erst mal wieder spucken.... Tja dachte ich, der Kleine versucht mit allen Mitteln bei uns zu bleiben. Mein Mann fuhr kurz nach Hause um einen Happen zu essen und kam denn wieder... Er blieb bis um 1 Uhr Nachts bei mir im Bett und fuhr denn Heim. Ich wusste zwar das der kleine bei mir ist aber er bewegte sich immer weniger was mich sehr traurig machte. Ich hatte in der Nacht wenig geschlafen weil ich entweder von den Wehen geweckt wurde oder von der Schwester weil ich alle 3 Stunden die Tabletten schlucken musste oder weil ich spucken musste... HÖLLE! Als die uhr gegen 10 Uhr morgens war, kam mein Mann und hielt wieder meine Hand. Dort bewegte unser Sohni sich nicht mehr... da wusste ich das der Kleine nicht mehr am Laeben ist aber ich konnte nicht weinen weil ich mit Medikamenten so zugepummt war das ich kaum was mitbekommen habe. Ich hatte da schon einen Wehenabstand von 2 Minuten und zitterte schon am ganzen Körper weil ich mit meiner Kraft schon fast am Ende war vor Schmerzen. Um Halb 12 kam ich in den Kreißsaal für die Spiralanästhesie wofür ich so Dankbar war weil ich denn endlich wieder entspannen konnte. Dann sagte ich das ich Müde und Kaputt bin und da sagte die Hebamme zu mir ich soll den versuchen zu schlafen, meine Mann sagte zu mir das er gerne eine rauchen gehen möchte was ja OK für mich war... Er wollte gerade aufstehen als ich zum ihm laut sagte, hol die Hebamme wieder rein, es geht los!

Die Hebamme kam rein, zog sich sterile Handschuhe an und wollte gerade gucken wie weit mein Muttermund offen ist, da platzte meine Fruchblase und sie schaute und sagte die Presswehen setzen gerade ein. So Frau Purzel, Sie müssen jetzt dort hinpressen wo es drückt. Ich presste wie eine kaputte aber viel kraft hatte ich nicht mehr aber es ging. Langsam spürrte ich wie sich sein kleiner zierlicher Körper duch mich durch kam. Zuersrt war sein Po und die Beinchen da, ich spürte seinen warmen Körper und mit dem nächsten pressen war er ganz da. Die ganze Sache dauerte ne Halbe Stunde. Die hebamme fragte mich ob wir ihn sehen wollen und ich sagte laut und deutlich ja. Sie legt mir unsern Sohni auf die Brust und war er, so Klein und Zart und Warm. Mein Mann hielt es 2 Minuten aus den Anblick und ging den raus.

Ja da lag ich den ganz alleine mit unserm Sohni auf der Brust. Er sah aus wie sein Papa, die gleichen Lippen, die gleichen Hände, er war einfach genauso wie sein Papa. Er duftete ganz Typisch nach Baby und ich streichelte ihn. Im Raum neben mir kam ein Baby zur Welt was schrie und ich schaute zu unserem Sohni und rüttelte sanft an ihn und sagte: hey kleiner Prinz, hier ist deine Mama, wach auf und schau wie schön die Sonne für dich heute scheint. Er rührte sich nicht und ich spürte wie er langsam kalt wurde, zu erst seine Füßchen und denn die Händchen... Es war so grausam aber ich konnte noch immer nicht Heulen... Dann kam die Hebi wieder rein und nahm den Kleinen von mir, sie messte und wog ihn und machte einen Fussabdruck und ein Foto. Sie fragte ob der Kleine einen Namen hat und ich sagte nein, wir wollten ihn bei Krümel lassen.

Krümel war 27cm Groß und Wog 495 g. Sein Geburtstag ist der 16.07.2010 und kam in der 23.SSW (22+5)

Dann ging sie mit ihm fort und ich wusste ich werde ihn nie wieder sehen können oder spüren können... ich fühlte mich so leer... Dann die Ausscharbung. Und alles war entfernt...

Ich schlief den rest des Tages bis Morgens durch. Als ich aufwachte lag der Mutterpass neben mir mit dem Umschlag. Ich öffnete ihn und sah Krümels kleinen Fuß und das Foto und da kam es die unendliche Trauer, ich Heulte bis zum Mittag durch (5 Stunden) und denn wurde ich entlassen...

Jeden Tag muss ich an ihn denken er fehlt mir so sehr, es tut so weh, ich fühle mich so leer, es fällt mir schwer an etwas schönes zu denken oder etwas schönes zu Erleben...

Jeden Tag mache ich mir Vorwürfe das iwir uns so schnell entschieden haben, gerne hätte ich Marvin länger unter meinen Herzen getragen!!

Stille Grüße
Peggy


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#2

RE: Sternenkind Marvin (Dandy-Walker-Syndrom)

in Erfahrungsberichte 10.04.2011 12:42
von Ces | 3.118 Beiträge

Hallo Peggy,
wollte dir schon gestern schreiben, aber habe es nicht geschafft.
Danke für deinen gefühlvollen und ehrlichen Bericht. Ich denke, dass er auch ganz wertvoll für andere sein kann, gerade auch in Bezug auf eine stille Geburt. Ich denke, die meisten Eltern haben große Angst vor der Geburt.

Schlimm finde ich die Aussage des Arztes: "Wir machen gleich für den nächsten Tag den Abbruch fest, weil es sonst eine Totgeburt ist". Das finde ich deshalb traurig, weil den Ärzten nicht bewusst ist, dass ein bürokratischer Mehraufwand als Begründung an dieser Stelle höchst unpassend ist. Außerdem ist genau das, nämlich das erreichen der 500g Grenze und der Erhalt einer Geburtsurkunde genau das, was viele Eltern sich gewünscht hätten.

Liebe Peggy, ich kann verstehen, dass du dir Vorwürfe machst, aber das hilft dir nicht weiter. Vielmehr muss versucht werden, die Beratungssituation für die Eltern zu verbessern und mehr Bewusstsein im Umgang mit den Eltern bei den Ärzten zu erzeugen. Das ist sehr schwer, aber man sollte mit einer Elterninitiative versuchen, das zu ändern. Wie das genau aussehen kann, weiß ich noch nicht, aber dieses Forum ist der Anfang.
Und alleine kann ich es nicht.

Liebe Grüße an dich!


zuletzt bearbeitet 15.05.2014 18:02 | nach oben springen


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