#1

Vorstellung

in Herzlich Willkommen! 20.01.2016 18:19
von HebAnna | 2 Beiträge

Hallo,
ich heiße Anna und arbeite seit 10 Jahren als Hebamme. Ich möchte das Netzwerk hier in der Gegend erweitern um Eltern zu unterstützen, die sich trotz "auffälliger Pränataldiagnostik" FÜR das Kind entscheiden.
Ich bin noch in der Orientierungsphase, aber mich würde sehr interessieren
Wie/Wo habt ihr hilfe bekommen?
Was hättet ihr gebraucht?
Was hat euch geholfen?

Ich bin selbst betroffenen Mutter und möchte die Kraft die nun wieder frei wird dafür nutzen andere Familien in dieser schweren Phase des Lebens zu stützen, denn ich bin unendlich dankbar um das was ich im kurzen Leben meines Sohnes erfahren durfte...

LG


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#2

RE: Vorstellung

in Herzlich Willkommen! 21.01.2016 10:22
von Shila | 1.317 Beiträge

Liebe Anna,

herzlich Willkommen hier bei uns im Forum!

Es ist toll, dass du aus eigener Erfahrung heraus anderen betroffenen Eltern zur Seite stehen willst. Denn gerade die Hebammen haben meiner Meinung nach eher den lebensbejahenden Ansatz, sein Kind so anzunehmen wie es ist, als manche Ärzte. Natürlich sind nicht alle Ärzte menschlich furchtbar, aber falls ein Elternpaar an einen solchen gerät, kann eine Hebamme dort für Ausgleich sorgen. Gerade die Gespräche mit der Hebamme haben mir persönlich sehr gut getan, vor allem wenn sie nicht medizinischer Natur waren...

Hilfe hatte ich außerdem hier im Forum, weil der Austausch meine eigenen Gefühle bestätigten und mir hier viele nützliche Infos zugetragen wurden. Dann hatte ich noch das Glück, Menschen in meinem direkten Umfeld zu haben, die sich nicht gescheut hatten mich zu begleiten und auch zu ertragen in dieser schwierigen Situation. Das fing bei meiner Caritas Schwangerenkonfliktberaterin an und hörte beim Klinikseelsorger auf.
Gebraucht hätte ich zusätzlich noch ganz profane Dinge wie z.B. Kinderbetreuung für meine beiden Großen. Wenn es unsere damalige Wohnsituation zugelassen hätte, wäre eine Haushaltshilfe sicher hilfreich gewesen.
Das ging mir jetzt mal so spontan durch den Kopf, als ich deine Fragen gelesen hatte. Ich schalte dich für den internen Bereich frei. Wenn du dich dort ein wenig durchliest, kannst du dir am Ehesten ein Bild davon machen, was den meisten Betroffenen so wichtig war. Aber natürlich darfst du jederzeit alles fragen, was dich beschäftigt. Wenn du magst, kannst du deine persönliche Geschichte dort auch aufschreiben.

LG


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#3

RE: Vorstellung

in Herzlich Willkommen! 21.01.2016 23:01
von Klatschmohn | 1.659 Beiträge

Hallo liebe Anna,

herzlich willkommen hier bei uns im Forum. Ich freue mich, dass Du als Hebamme - und leider auch selbst betroffene Mutter - gerne Eltern unterstützen möchtest, die nach auffälliger Pränataldiagnostik eben diese Unterstützung wirklich dringend nötig haben.

Erst einmal zu Deinen Fragen:

1.) Hilfe habe ich in erster Linie an zwei Stellen bekommen:
Erstens bei meinem Frauenarzt. Er hat mich in keinster Weise gedrängt, sondern ganz klar das Weitertragen der Schwangerschaft (infauste Diagnose) als für mich gangbaren, evtl. besten Weg dargestellt. Ich erinnere mich noch heute sehr gut an seine Worte, seine Ruhe. Er wurde in den Wochen zwischen erster Diagnose und Geburt mein Fels in der Brandung.
Zweitens hier im Froum. Zwar habe ich in diesen 4 Wochen, die uns blieben, wenig hier geschrieben. Doch allein das Lesen und mich informieren tat sehr gut.
Außerdem habe ich das Glück, ein paar gute Freunde zu haben, die immer wieder zuhörten und auch Verständnis fürs Weitertragen aufbrachten. Meist ganz besonders dann, als ich ihnen erzählte, wie ein Spätabbruch bei uns aussehen würde. Meine beste Freundin, die Kinderärztin ist, konnte ich hierzu viel fragen und habe dazu offene, ehrliche Antworten bekommen.
Ein Gespräch hatten wir außerdem beim Diakonischen Werk. Dieses hätten wir uns schenken können.

2. Was hättet ihr gebraucht?
Eine Hebamme, die mehr Eigeninitiative mitbringt, hätte mir (und sicher auch meinem Mann) gut getan. Mehr Stärkung, praktische Hinweise, Einstimmung auf die Geburt und den Abschied von unserem toten und aller Voraussicht nach schwer fehlgebildeten Kind - auch Information darüber, was nach der Geburt unsere Rechte und Pflichten als Eltern sind. Einige Tage vor der Diagnose hatte ich endlich eine Hebamme gefunden und dann auch gleich über die neuen Umstände informiert. Sie war zwar insgesamt nett und verständnisvoll, kam auch zu zwei Besuchen zu uns. Aber ich glaube, sie hatte nicht das richtige Gespür für uns und die Situation. Vielleicht wirkten wir zu ruhig und abgeklärt, zu strukturiert und klar. Heute denke ich, das war u. a. Ergebnis der Schockstarre, in der wir festsaßen. Tief drinnen sah es anders aus.

3. Was hat uns geholfen?
Unser Freundes- und Bekanntenkreis, der nicht müde wurde, mir zuzuhören.

Was mir am allermeisten gefehlt hat - allerdings nach der Geburt: Eine gute Betreuung direkt nach der Geburt und beim Abschied. Wir sind hier leider auf eine absolut überforderte und unsensible Hebamme gestoßen. Der Abschied von unserer Tochter wurde zu einem traumatisierenden Disaster, womit ich lange nicht meinen Frieden schließen konnte. Hier im öffentlichen Teil möchte ich darauf nicht näher eingehen. Unter "Leben ohne das Kind" in meinem Tread um Lilli kannst Du mehr darüber lesen.
Ich würde mir wünschen, dass - auch in kleinen Kliniken - genügend Sensibilität besteht für Eltern und ihre toten Kinder. Ich hoffe, unser Erlebnis war nur ein bedauerlicher Einzelfall.


Möchtest Du uns von Deinem kleinen Sohn erzählen?


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#4

RE: Vorstellung

in Herzlich Willkommen! 29.01.2016 20:23
von Klatschmohn | 1.659 Beiträge

Hallo Anna,

ich wollte einmal nachfragen, ob / wie weit Du dich hier bei uns inzwischen eingelesen hast. Was sind Deine ersten Gedanken dazu, Schlussfolgerungen, evtl. Pläne? Ich bin gespannt...


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#5

RE: Vorstellung

in Herzlich Willkommen! 29.01.2016 20:58
von HebAnna | 2 Beiträge

Hi

ich wollte noch ein bisschen warten was als Reaktion von Forumsseite kommt.

Also angeleiert sind Fortbildungen für die freiberuflichen Hebammen im Kreis zunächst Thema Fehlgeburten begleiten, auch um Kontakt untereinander aufzubauen.
Dann bin ich gerade am Vernetzen des nahen Kinderhospiz und Kinderpalliativteams, habe eine Trageberaterin die auf "besondere Kinder" eingeht sowie eine Sterbeamme mit im Kontakt.
Die erste (große) Klinik im Umkreis hat schon grünes Licht für eine Kooperation gegeben, dh das erste Gespräche geplant sind wo über die Vernetzung mit Klinikseelsorge, Frauen und Kinderklinik nachgedacht wird. Eine Ärztin von der Ki-Intensiv sowie Bestatter habe ich auch schon mit im Boot :-)
Das sind die Pläne momentan.

Ich arbeite gerade an einer Art Flyer wo die formalitäten, also wo sind Sternengräber, Fotografenkontakt, Kleidung etc. ...

Ich bin immer noch gespannt was euch geholfen hat, oder hätte besser sein können...


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#6

RE: Vorstellung

in Herzlich Willkommen! 09.02.2016 22:00
von TinyX87 | 17 Beiträge

Hallo Anna,

ich hatte nach der Diagnose einen sehr guten Draht zu meiner Frauenärztin und vor allem aber auch zu meiner Hebamme zu Hause.
Bei der Pränataldiagnostik wurden uns alle Möglichkeiten aufgezeigt, Ops oder halt Abbruch. Was ich störend fand das man uns zu einer Fruchtwasseruntersuchung drängen wollte...
Nach der ersten Diagnose habe ich mich erstmal viel informiert auf der Internetseite von Kliniken und bin bei Facebook in die Gruppe von Hypoplastische Herzen Deutschland e.V. gegangen und habe dort Kontakt zu anderen Eltern hergestellt und sogar noch eine andere schwangere Mama mit ähnlicher Diagnose kennengelernt. Sie hat drei Wochen nach mir in der gleichen Klinik entbunden.

Unsere Alexa hat tapfer gekämpft, es aber leider nicht geschafft. Wir hatten aber dank der Ärzte und Schwestern auf der Kardio-Intensiv die Chance sie ihre letzten Stunden zu begleiten und im Arm zu halten.

Wieder zu Hause (die Klinik ist von uns ca. 150 km weit weg) war meine Hebamme auch sofort für uns da. Hat mit uns viel über Alexa gesprochen, das hat sehr geholfen. Sie hat mir auch dieses Forum nahe gelegt.
Auch der Austausch mit anderen Eltern, vor allem auch bei Facebook bei den Sterncheneltern HHD.

Was uns auch viel hilft sind die Freundschaften aus der Zeit im Ronald Mc Donald Haus, dort haben wir für die vier Wochen gewohnt.


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#7

RE: Vorstellung

in Herzlich Willkommen! 10.02.2016 00:06
von Elija | 1.617 Beiträge

Liebe Anna,
das klingt alles sehr sehr gut, und ich freue mich über so viel kompetentes Engagement! Ich hoffe und wünsche, dass Du hier gute Infos findest. Das Beste ist wirklich, hineinlesen, denn hier gibt es sehr viele Antworten auf Deine Fragen, natürlich alles in den einzelnen Berichten verpackt und nicht immer leicht zu finden.
Bei uns war die Situation insgesamt etwas anders, da die düstere Prognose sich auf wunderbare Weise nicht erfüllt hat. Und trotzdem war der Weg vom ersten Ultraschall in der neunten Woche, als die Gynäkologin das Nackenödem feststellte und uns mit den Worten verabschiedete:"Tut mir leid, dass es wieder nicht geklappt hat.", über die Diagnose bis zur Geburt wie einmal durch die Hölle und zurück, und die meiste Zeit waren wir mit uns und unseren Gefühlen allein und alles, was unserer Tochter geholfen hat, haben wir uns selbst aus dem Netz zusammengesucht.
Wenn ich in den nächsten Tagen Zeit finde, schreib ich Dir noch ein paar Zeilen dazu.
Liebe Grüße,


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