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Sternenkind Benjamin (Trisomie 18)

in Erfahrungsberichte 20.03.2012 12:10
von Ces | 3.118 Beiträge

Hallo,

ich darf hier einen Erfahrungsbericht von der Mama von Benjamin verlinken.

http://www.sternenkindmuetter.de/index.php?id=5

„Ich fürchte, da ist etwas nicht in Ordnung!“ meint die Frauenärztin in der 18. Schwangerschaftswoche beim Ultraschall, zwei Stunden später in der Klinik die Gewissheit: dieses Kind wird nicht lebensfähig sein, eine große Wasseransammlung im Bauch behindert die Lungenentwicklung und das Herz. Drei Wochen später einige weitere Erkenntnisse: schwerer Herzfehler, Auffälligkeiten im Gehirn, wenig Fruchtwasser, weil die Nieren nichts ausscheiden - Trisomie 18. Die Ärzte vermuten, dass das Kind noch im Mutterleib sterben wird oder spätestens kurz nach der Geburt. Sie halten unseren Wunsch, das Kind, sollte es lebend geboren werden, in unseren Armen sterben zu lassen anstatt auf einer Intensivstation, für legitim.

Von Beginn an bestehen für mich keine Zweifel an dieser traurigen Diagnose (die auch ich im Ultraschall mit eigenen Augen erkennen kann). Bereits in den Tagen vor der Untersuchung hatte ich das wage Gefühl, dass dieses Kind sich anders bewegt als mein erstes. Und doch: in mir drinnen ist es so heil, so selbstverständlich. Wenn ich traurig und verzweifelt bin, wenn ich in der Nacht wach liege und schreien möchte: immer bringt es mir Trost, Kontakt zu meinem Kind aufzunehmen. Es kommt mir so gerne entgegen, es ist so unschuldig, es setzt so viel Vertrauen in mich.

Wir entscheiden uns dafür, uns nicht zu entscheiden , Woche für Woche neu zu erfühlen, was das Beste für uns alle ist. Die Zeit erhält eine neue Bedeutung: es ist die Zeit des Wartens auf einen unvorhersehbaren Endpunkt dieser Schwangerschaft. Und es ist die einzige Zeit, die ich mit diesem Kind verbringen darf. Beides bringt mich sehr stark in die Gegenwart. Die Gewissheit, nicht alles in der Hand zu haben, nicht für alles verantwortlich zu sein, tut gut...

... Zwar erlebe ich auch Zeiten von Trauer, lese über Verluste in der frühen Lebenszeit, beschäftige mich mit dem Abschied und ziehe Trost aus dem Wunsch nach einer Hausgeburt und den Gedanken, wie wir den Weg mit unserem Kind eigenverantwortlich und selbst bestimmt zu Ende gehen könnten. – Doch jetzt lebt mein Kind, mein Körper ist auf sein Leben programmiert, nur so kann ich mir erklären, dass das vorherrschende Gefühl in diesen Wochen keinesfalls Trauer ist. Oft freuen wir uns darüber, dass unser Kind noch einiges mit uns erleben darf, was uns wichtig ist.
(Bitte auf der Seite weiterlesen)

Die Seite gehört zu einem Buchprojekt, das aber derzeit noch nicht abgeschlossen ist!
Es gibt auch eine Umfrage, an der man sich beteiligen kann, wenn man ein Sternenkind hat!

***


zuletzt bearbeitet 20.03.2012 12:26 | nach oben springen


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