#1

kleiner Stern am Himmel *Tobias*

in Erfahrungsberichte 11.09.2012 12:39
von MamaTobias | 6 Beiträge

Ich werde euch unsere Geschichte erzählen, vielleicht Hilft es bei einer Entscheidung das man nicht den gleichen Fehler macht wie ich.

Ich hohl dafür etwas weiter aus....
Meine Kindheit war nicht rosig, wir waren zwar "reich" aber leider nur an Geld und nicht an Herz & Liebe.
So fand meine Mutter einen neuen Mann (der noch reicher war) und so Begang ein Rosenkrieg zwischen meinen "Eltern"
da sich diese nicht groß um mich gekümmert haben, wurd ich schnell selbstständig. Mit 16Jahren lernte ich einen 9 Jahre älteren Mann kennen. Meine Mutter (die mit mir in eine fremdes Bundesland mit ihrem neuen zog) hatte für mich aber andere Pläne (Bundeswehrsoldat der sich hat verpflichten lassen/hatte ja dann Geld) .....
ich verliebte mich aber in den andern Mann. So war meine Mutter sauer und schmiss mich mit 16 Jahren raus.
Tja, nach dem ich dann erst 3 Monate mit dem Mann zusammen war, zog ich bei ihm ein.... Alles prima. Ich machte meine Lehre.... Super.... mit 17 Jahren kam dann das unfassbare SCHWANGER....
Wir freuten uns wie bolle..... (nach dem ersten Schock ;) ) meine "Schwiegereltern" standen voll hinter mir. Meine Mutter natürlich nicht und verlangte einen Abbruch.
Wir aber genießten die Zeit des Schwanger seins sehr. Ich ging zu allen Untersuchungen, wurde als Risiko Schwanger eingestuft, wegen meines Alters und weil meine Mutter wohl versäumt hatte mir ne Rötel Impfung verpassen zu lassen.
So ging die Zeit vorbei.... Ich merkte mein Kind schon sehr sehr früh. Das war ca. die 17ssw. Wir dachten uns nichts dabei und freuten uns an dem Kontakt zu unserm Baby.... es war so toll....
Dann musste ich wieder zur normalen Untersuchung..... US.... mmmh da war was..... ich sollte nach Hause und viel Wasser trinken (die US Geräte waren vor 19 Jahre noch nicht so der Hit) der Doc konnte nicht einschätzen ob meine Blase da ein Streich spielte. So ging ich nach Hause für eine Stunde und trank viel. Ich weinte und sage meinem Freund das was nicht in Ordnung sein, ich hatte es im Gefühl das das alles nicht gut Endet.
So bin ich wieder hin, der Doc meinte nur, mmmh das sei ein Fleck???? Ich sollte zur Uniklinik .... Termin wurde gleich Telefonisch gemacht und ich mit Taxi in die 1 1/2 Stunden entfernte Klinik gebracht. Dort angekommen wurd viel untersucht, was genau blieb mir ein Rätsel, sie Unterhielten sich nur mit meiner Mutter (die da das einzigste mal mit war)
Mir wurd noch eine 20cm lange Nadel in den Bauch gesteckt um Proben zu entnehmen. Dann kam es zur Diagnose Potter Syndrom schwerer Grat mit Missbildungen Händen und Füßen, beide Nieren nicht vorhanden (daher kaum Fruchtwasser, wo durch wir das Baby so früh fühlen konnten) Die Aorta war auch Missgebildet (Die Fachbegriffe stehen alle in meiner Akte, aber die möchte ich nun nicht raus suchen) .... tja, dann kam das Wort "Spätabtreibung" unter den Begriff konnte ich mir nicht wirklich viel Vorstellen außer das mein Kind sterben wird, aber nicht wie...... hätte ich das gewusst, wäre ich wohl geflüchtet....
Meine Mutter fand die "Sache" weniger schlimm und willigte gleich ein. Ich musste noch zu einem Beratungsgespräch für Abtreibungen, dort saß ich 5 min. die Frau meinte nur, tja bei ihnen kann man ja eh nix machen, das wäre ja was anderes. Drückte mir den Wisch in die Hand und drückte ihr Beileid aus.....
Die Untersuchung und die Einwilligung zur Abtreibung musste meine Mutter bewilligen als Erziehungsberechtigte, das war wenige Tage vor meinem 18 Geburtstag. ...ich Durfte noch mal nach Hause... um meinen 18. zu "feiern" ..... am 29.8 war dieser am 8.9. musste ich ins Krankenhaus. tja, dieser 18. Geburtstag war nicht so wie man sich ihn wünscht..... (ich hab seit her nie wieder meinen Geburtstag gefeiert)
am 8.9 kam ich dann wieder in die Klinik..... auf dem Zimmer war eine Frau die eine Bauchspieglung bekommen hatte, sie wurde regelmäßig von ihrem Mann und den 3 kleinen Kinder besucht...... :( ... wir lagen auf der Entbindungsstation.... im Nachbarzimmer hörte man die Babys weinen..... es war der 18 Stock, die Fenster konnte man nicht öffnen. Ein Pfleger meinte als ich nachfragte, sie seinen verschlossen da Frauen in den Tod gesprungen seien.... (kein Wunder wenn man sein Baby auf der Säuglingsstation umbringen lassen muss) ... na ja...
Da kam ich wieder zu einer Untersuchung.... mir wurde kaum was über den Ablauf oder ähnliches Erzählt. So wurd mir wieder eine Spritze in den Bauch gerammt.... das war wohl die Todesspritze..... er wurde umgebracht, ohne das man mir was sagte.... nacher erst meine eine Schwester das er nun stirbt. Ich wurd wieder auf Zimmer gebracht. Dort lag ich ganz ruhig und horchte in mich rein.... mein Sohn hatte einen langen Todeskampf in meinem Bauch, es war so fürchterlich... er strampelte.... dann noch ein heftiger Tritt und dann war alles ruhig.... für immer....
Ich kam an den Wehentropf.... Ab da lief alles wie ein Film ab..... ich war wie eine Hülle.... und ich musste da allein durch... mein Freund drufte nicht mit rein.... und meine Mutter ist ja nicht mal mit zur Klinik gekommen....
Ich bekam ein "Scheißegal Mittel" und es war als stünde ich daneben. Sie schoben mich in einen kleinen Raum, ich kam mir vor wie in einem Abstellraum, sogar ein Wischer stand in der Ecke. Trist und dunkel....
Dann kam er zur Welt..... eine Schwester fragte beiläufig ob ich ihn sehen wollte... voller Schreck und Angst verneinte ich... darüber hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht (mein Größter Fehler) .... Der kleine Körper kam aus mir raus und ich öffnete doch die Augen um ihn zu sehen, da hatte aber eine Schwester mir etwas vors Gesicht gehalten.... so das ich ihn nicht sehen konnte.... da ich in dem Moment so voll Medikamente stand, macht ich nichts dagegen......
Ich wurd danach zur Ausschabung in Narkose gelegt.....
Als ich aufwachte lag ich oben auf dem Zimmer.... allein..... leer..... Ich hatte immer ER gesagt.... aber ich wuste es nicht, ich hab es erst viel später im Mutterpass erfahren das er wirklich ein Junge war, er war 510g und 31 cm groß ♥
nach ca. 2 Stunden bekam ich 2 Anrufe,... meine Schwester.... die mir ihr Bedauern ausdrückte, kurz und knapp...und meine Mutter... die mir Mitteilte das ich froh sein sollte das der Bastard Tod sei........ fassungslos legte ich auf..... ich habe seit 17 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr......
Mein Engel war gestorben, mir förmlich weg genommen worden....raus gerissen und dann so was....

Ich kam nach Hause, mein Freund tröstete mich so gut es ging... ich bekam einen Hund als Ersatz geschenk, der seine Rolle auch gut machte...... und ich fang an Babys/Kinder und alle Mütter zu hassen... leider bekam ich keinerlei Psychologische Hilfe, die ich (das weiß ich jetz) damals dringend gebraucht hätte... ich baute eine Mauer auf.... ich wollte nicht das Kinder in meine Nähe kamen, die sind dreckig klebrig und schreien ja nur.... die Jahre zogen so ins Land, keiner hätte gedacht das ich mal Kinder haben würde..... (sie kannte auch meine Geschichte nicht) ..... tja bis ich 2004 als ich mir ein Herz nahm und es wirklich noch mal versuchen wollte :) .... trotz der riesigen Angst....
Ich wurd auch schnell schwanger... in der 24ssw dann die Erschreckende Nachricht .... Plexuszyste im Gehirn 1cm Durchmesser.... Verdacht auf T13 oder T18 und daher warscheinlich nicht Lebensfähig. Ich sollte eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen. Meine Ärztin meinte das dann wenn was ist eine Abtreibung möglich wäre und man die FWU auch nur machen brauch wenn man einen Abbruch in Erwägung zieht...
Da hab ich alle extra Untersuchungen abgebrochen und mich nur noch zu den normalen US sehen lassen, eine Spätabtreibung wäre das letzte gewesen was ich noch mal durchleben wollte. ..... mein Sohn kam in der 38ssw....lebend und gesund zur Welt.... aller Panikmacher der Ärzte zum trotze :) ..... nun hab ich 2 gesunde Jung und einen großen Schutzengel im Himmel :)

ich kann nur alle davon abraten eine Spätabtreibung durchführen zu lassen... es war so grausam in beim sterben so zu spüren.... er hätte besser nach oder während der Geburt sterben können.... also so.... wo bei ich auch weiß das ich es Psychisch auch als 17J. Mädel nicht ertragen hätte ich bis zu ende auf zu tragen. Mit all den Fragen der andern, die Glücklichen Blicken derer die den Bauch sehen und denken alles ist gut...... ich glaube nicht das ich damit besser klar gekommen wäre.....

und nun... nun bin ich die glücklichste Mama der Welt mit immer noch dem gleichen 9 J. älteren Mann an meiner Seite ........ die allerdings beim kleinsten Weh Wehchen Panisch wird, die beide Kinder nur mit Angel Care schlafen geschickt hat und das noch mit 3 Jahren.... die bei jedem Fieber lieber einmal zu viel zum KH fährt....
... wo ich auch noch 2 Kinder hab die oft was haben... mein Großer wäre mit 1 Jahr fast erstickt, beide hatten schon Loch im Kopf, genäht, geklebt, Gehirnerschütterung... es sind wilde Jungs, und halten Mamas Panik immer aufrecht....


zuletzt bearbeitet 11.09.2012 12:46 | nach oben springen

#2

RE: kleiner Stern am Himmel *Tobias*

in Erfahrungsberichte 12.09.2012 11:29
von Elija | 1.618 Beiträge

Liebe Mama von Tobias und den zwei wilden Jungs,
ich hab Tränen in den Augen und Wut im Bauch, nahdem ich Deine traurige Geschichte gelesen habe! Nacheinmal mehr traurig, weil man Dich und Deinen Freund damals ja wirklich um Tobias betrogen hat und auch gleich jegliche Erinnerung an ihn tilgen wollte! Es ist nur zu verständlich, dass die Wunde auch nach so vielen Jahren nicht heilen mag, und dass zwei gesunde Kinder nichts an der Tatsache ändern. Ich frage mich überhaupt, wei es gelingt, nach solch einem dramatischen Erlebnis weiterzuleben, ja, sogar den Mut aufzubringen, sich auf eine weitere Schwangerschaft mit ungewissem Ausgang einzulassen, und ich bewundere Dich dafür!
Verständlich, wenn auch traurig ist auch, dass die Mehrheit, wie Du schreibst, Deinen Schmerz nach der langen Zeit nicht nachfühlen können und Du sicher auch kaum jemanden hast, mit dem Du darüber sprechen kannst. Ich hoffe und wünsche, dass Dein Partner Dir darin eine Stütze ist - das Erlebte hat Euch ja, Gott sei Dank, erst recht für das Leben zusammengeschweißt! Ansonsten hast Du hier sicher die richtige Adresse gefunden, Dir alles, so oft es Dir guttut von der Seele zu schreiben! Darüberhinaus könnte ich mir, ganz vorsichtig angefragt und mit großem Respekt vor Deinen Gedanken und Gefühlen, auch vorstellen, dass es vielleicht helfen könnte, die Therapie, die Du damals gebraucht hättest, "nachzuholen".
Ich wünsche Dir und der Familie Gutes!
Liebe Grüße
Cornelia


zuletzt bearbeitet 12.09.2012 11:30 | nach oben springen

#3

RE: kleiner Stern am Himmel *Tobias*

in Erfahrungsberichte 12.09.2012 12:34
von MamaTobias | 6 Beiträge

Danke für deine Antwort.... zum reden hab ich leider keinen...
Aber ich hab mein Leben recht gut im Griff und es sind halt diese Momente (sein Todestag) die mich dann eine Zeit lang aus der Bahn werfen. Gut die Angst um meine Jungs ist manchmal (ich weiß es ja) übertrieben, aber wir haben mit den beiden auch schon schlimme Sachen erlebt, so das ich mir nicht Grundlos Sorgen machen. Mein Mann holt mich aber immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück :) .....

Jetzt das Geschehene noch mal bei einem Psychologen durch sprechen, ich weiß nicht ob es Sinn macht....mein größtes Problem an der Geschichte kann er und auch kein anderer beheben. Das ist die Tatsache das ich mich nicht verabschiedet hab, ihn nicht gesehen hab..... Er war bestimmt so süß wie meine beiden Jungs :) es ist nicht das ich die Abtreibung an sich bereue, ich glaube ich war damals nicht in der Lage und hatte nicht die Kraft ihn auszutragen. Jeder Frau dafür meinen größten Respekt.

Ich denke in diesem Krankenhaus und am ganzen Ablauf ist einiges schief gelaufen... Auch durfte er nicht Beigesetzt werden so die Ärzte damals. Da galt wohl die Regelung das Babys unter 500g nicht beigesetzt werden. .... in meinem Muterpass stand Gewicht 480g.... und den Unterlagen die ich viele Jahre Später angefordert hab von der Klinik steht 510g....
Leider hatte ich den Verstand und die Stärke von heute, damals noch nicht....ich hab das alles einfach so geschehen lassen, ich denke ich war überfordert damit.... ich kam mir vor wie in einem Film in dem ich die Hauptrolle spiele aber die Regie jemand anders und ich nichts dagegen machen konnte

Heute könnte ich mir in den Hinter beißen das ich meine Angst vorm Kinder kriegen so lang vor mir her geschoben habe.... das ich nicht eher mich überwunden hab.... Es ist doch das größte Glück der Erde, ein Kind zu haben, was lacht und Spielt... und ich rate allen die ein Kind verloren haben nicht zu lange zu warten ....
Ich hab 11 Jahre gebraucht..... und die Mauer die man baut wird immer größer höher und dicker.....


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#4

RE: kleiner Stern am Himmel *Tobias*

in Erfahrungsberichte 12.09.2012 13:00
von Elija | 1.618 Beiträge

Liebe Tanja,
ja, du hattest damals sicher so viele Widerstände um Dich, nicht zuletzt das Schreckliche, was Deine Mutter Dir da angetan hat, dass Du, gerade in Deinem Alter damals, gar nicht in der Lage gewesen wärst, die Regie des Filmes selber in die Hand zu nehmen. Wütend macht mich vor allem auch die so negative Rolle, die das Klinikpersonal in diesem Film spielte... Ja, was die Bestattung von Früh- und Fehlgeborenen unter 500g angeht, hat sich die Gesetzteslage tatsächlich erst vor nicht so langer Zeit geändert. Dass man dabei aber noch gemauschelt hat, um allem aus dem Weg zu gehen, halte ich für unerträglich. Was die Einwilligungsfähigkeit Minderjähriger angeht, bin ich mir nicht so sicher. Da ist es heute eigentlich so, dass ein Arzt nicht gegen den Willen eines minderjährigen Patienten handeln kann und darf, vorausgesetzt, der/die Jugendliche oder ein Kind sind psychisch in der Lage, das Aufklärungsgespräch und die Tragweite eines Eingriffs zu verstehen... Die Praxis sieht aber leider auch heute noch oft so aus, dass alles nur mit den Eltern allein besprochen und von denen entschieden wird, auch bei viel harmloseren Sachen... Und die Rechtslage läßt da ja auch einen viel zu großen Ermessensspielraum... Aber dass Dich auch dort nicht mal jemand gefragt hast, wie Du selbst zu allem stehst, ob Du das Kind gern behalten hättest oder irgendein Zeichen des Mitgefühls und des Ernstnehmens....
Damit, dass man Euch um das Kennenlernen Eures Kindes betrogen hat, meine ich gar nicht die Abtreibung als solche, sondern die fehlende Begleitung in all dem Schweren und das fehlende Abschiednehmen...
Aber Du hast die Mauer ja eingerissen - und das hat sicher ganz viel Mut und Kraft gekostet!
Liebe Grüße!
Cornelia


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#5

RE: kleiner Stern am Himmel *Tobias*

in Erfahrungsberichte 12.09.2012 13:38
von MamaTobias | 6 Beiträge

Ja die erste Schwangerschaft nach Tobias war erst ganz toll und ich hatte echt keine Sorge.
Bis es dann wieder los ging... zum Glück war die Zyste harmlos und gehörte keiner Trisomie an....


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#6

RE: kleiner Stern am Himmel *Tobias*

in Erfahrungsberichte 13.09.2012 10:05
von Shila | 1.319 Beiträge

Liebe Tanja,

ich bin zutiefst erschüttert über deinen Bericht und meine Tränen laufen für dich und deinen Tobias. Die Situation muss damals wahnsinnig schrecklich für dich gewesen sein und ich kann mir vorstellen, dass du zu keiner Zeit in der Lage warst irgendetwas dagegen zu machen. So wie du schreibst war es deiner Mutter gerade recht, dass Tobias das Pottersyndrom hatte, so konnte und kann sie noch heute ihre Entscheidung zum Spätabbruch rechtfertigen. Dabei hast du diesen Abbruch erleben müssen und nicht sie, das ist ziemlich ungerecht. So war auch das Prozedere zu der damaligen Zeit wahrscheinlich leider Alltagspraxis und ich bin echt froh, dass sich heutzutage daran schon einiges zum Positiven geändert hat. Weißt du, meine Leonie hatte auch eine Form des Pottersyndroms (das nennt man Pottersequenz) und wenn auch der Schmerz mein Kind zu verlieren nicht weniger groß ist, so kann ich mich doch damit aussöhnen, dass bei mir alles so "gut" gelaufen ist und ich alles so erleben durfte. Ich sehe es heute als großes Geschenk. Für die Dinge, die auch nicht so sind, wie sie hätten sein sollen, versuche ich mich gerade in Vergebung. Vielleicht wäre auch das eines Tages eine Möglichkeit für dich, dass du dir und den beteiligten Personen verzeihen kannst, denn du hast recht, es ist leider nicht mehr rückgängig zu machen... Ich bewundere jedenfalls deinen Mut und deine Stärke, dies alles auszuhalten und nicht daran zu zerbrechen!

Ganz lieben Gruß


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#7

RE: kleiner Stern am Himmel *Tobias*

in Erfahrungsberichte 13.09.2012 13:03
von MamaTobias | 6 Beiträge

Huhu vielen lieben Dank für die Antwort....
versöhnen ist so eine Sache, leider hab ich nie ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter gehabt....
und sie hat außer das noch viele andere nicht zu Entschuldigende Sachen gemacht.... ich hab 2 Briefe in den Jahren an sie geschrieben. Als Antwort bekam ich nur Vorwürfe und wie schlecht mein Mann doch sei (sie kennt ihn ja kaum)
Tja, ihr schlechtes Leben projektiert sie auf mich, das ich angeblich nicht glücklich sei und mir was vormache...
na ja, es ich schade keine Familie zu haben, aber mir geht es ohne ihren Kontakt auf jeden Fall besser :)
Den Ärzten und dem Krankenhaus mach ich auch keine Vorwürfe.... es war damals halt so.... und es kam ja noch nicht so oft vor das man so jung Mutter wurde...heute ist es nicht mehr so ein Tabu....

lg ..... ich erfreue mich an meinen beiden Kindern und bin froh das sie einen guten Schutzengel haben :)


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#8

RE: kleiner Stern am Himmel *Tobias*

in Erfahrungsberichte 13.09.2012 16:29
von Sternen-Lilly | 1.376 Beiträge

Liebe Tanja,

ich versuche jetzt einfach mal eine Interpretation von Shilas Beitrag. Ich glaube, dass mit dem Verzeihen und Aussöhnen war gar nicht so sehr auf ein Aussöhnen mit deiner Mutter bezogen, in der Form, dass ihr wieder Kontakt aufnehmt, sondern ich habe es eher so verstanden, dass man sich mit der damaligen Situation aussöhnen kann. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass man den Kontakt zu eigenen Verwandten meidet, da er einem nicht gut tut. Auch ich habe nur den minimalsten Kontakt zu meiner Mutter, da einfach zu viele Dinge vorgefallen sind, die nicht mehr einzurenken sind. Wir denken zu unterschiedlich. Den letzten großen Klops hat sie sich geleistet nach Lillys Tod, in dem sie bei meiner Schwester überlegte, ob man uns nicht anzeigen sollte, da wir Lillys Urne zu Hause haben, damit sie uns weggenommen wird. Allein eine solche Überlegung, da fehlen mir auch nach über 2 Jahren noch die gesellschaftsfähigen Worte für. Ich habe für mich den Schluss gezogen, dass manche Menschen krank sind und vielleicht nichts dafür können, aber ich möchte mich nicht mein Leben lang damit belasten, darum habe ich für mich einfach entschieden, sie aus meinem Leben zu streichen. Mit der Überlegung, dass sie vielleicht nichts für ihre Art kann, kann ich das Verhalten zwar nicht entschuldigen, aber vergeben und somit einen Schlussstrich ziehen. Wir haben statt dessen liebe Freunde, die für uns Familienersatz sind. So kann ich mich mit dieser Situation arrangieren und viel besser leben.
Ich könnte mir vorstellen, dass Shila das in dieser Art meinte. Sich mit der Situation auszusöhnen und nicht die einzelne Tat zu vergeben, sondern "sie kann ja nichts dafür". Ich glaube aus deinen Zeilen zu lesen, dass es dir zumindest gelungen ist, dir ein zufriedenes Leben aufzubauen.

Ich glaube auch, dass du dir verzeihen oder vergeben müsstest, da du dir Vorwürfe machst, dass du dich nicht verabschiedet hast. Denn so wie du die Situation schilderst, war es dir gar nicht möglich. Dies musst du dir immer vor Augen halten. Du hast doch für dein Kind gekämft, indem du dich deiner Mutter wiedersetzt hast und nicht abgetrieben hast, als sie es wollte. Doch du hast viel für deinen Tobias getan und ihn verteidigt!
Versuche doch ein rituelles Abschied nehmen. Mach eine Kopie deines Mutterpasses, schreib ihm einen Brief, schick den Brief mit einem Luftballon los oder begrabe die Kopie und den Brief an einem schönen Ort, so dass du einen nachträglichen Abschied gestaltest.Vielleicht hilft es dir, ich wünsche es mir für dich.

Einen ganz lieben Gruß

Ich wü


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