#1

Meine Zwillinge - mit Erdenkind Charlotte mit Trisomie 21

in Erfahrungsberichte 24.02.2013 20:29
von anjazwillinge | 10 Beiträge

Hallo an alle, ich möchte hier unsere geschichte erzählen.

Nachdem mein mann und ich 2009 geheiratet hatten, wünschten wir uns sehnlichst ein kind. Aber ich wurde nicht schwanger. Nach 3 jahren und etlichen hormontherapien entschlossen wir uns für die künstliche befruchtung. Die erste icsi ging schief. Bei der 2. Icsi mit den eingefrorenen embryonen und der einritzung der eizellen war nach 2 wochen der sstest endlich positiv! Wir konnten unser glück kaum fassen. Nach einer woche erfuhren wir dann, wir bekommen zwillinge!!!

Ängste machten sich breit, würden wir das schaffen??? In der 12. Ssw sagte uns die frauenärztin, dass mit dem 2. Zwilling etwas nicht stimmt. Wir mussten zur pränataldiagnostik. Dort eröffnete uns der arzt, dass ein zwilling keine überlebenschance hatte: hydrops fetalis, lgk-spalte, nierenschaden, herzfehler. Wir machten eine fruchtwasserpunktion, bei der herauskam, das der zwilling trisomie 21 hätte, es waren 2 Mädchen. Ich weinte, so schlimm war es ja doch nicht. Aber der arzt sagte, mit solchen schweren organschäden würde es wohl im mutterleib versterben. Wir entschieden jns gegen charlotte (mein mann suchte den namen aus) , wollten wir so ein krankes kind uns und johanna antuen? Wir wurden nach Leipzig geschickt, wo der abbruch in der 32. Ssw vorgenommen werden sollte. Wir waren todtraurig, ich machte mir schon gedanken über die beerdigung gedanken. Mein mann träumte von Charlotte, egal, wie behindert sie sein würde, er würde sie aufziehen.

In leipzig sagte uns der arzt nach langer untersuchung, dass keine organischen schäden vorhanden wären. Mir fiel ein stein vom herzen, die Entscheidung war klar: Charlotte darf leben!!!

Die restliche Schwangerschaft verlief gut, meine mäuse wurden in der 38.ssw per kaiserschnitt zur welt geholt. Ich dachte im ersten moment: oh, charlotte sieht behindert aus. Sie wog nur 2100 g und war 41 cm klein und musste in den inkubator. Zum Glück war sie organisch gesund. In johanna war ich sofort verliebt, bei charlotte dauerte es etwas länger. Das lag vielleicht daran, dass ich sie nicht gleich bei mir haben durfte. Nach einer woche durften johanna und ich nach hause. Da wurde es erst richtig stressig: johanna versorgen und mit ihr 3 mal am tag ins krankenhaus, um zu füttern etc. Charlotte hatte eine trinkschwäche trank nur wenige milliliter und wurde sondiert. Nach 2 wochen drängte ich auf entlassung, es war einfach zu stressig für uns. Sie durfte endlich heim und entwickelte sich daraufhin prächtig. Und unsere liebe flog ihr zu.

Jetzt, nach 5 monaten kann ich sagen, danke, Charlotte, dass du so gekämpft hast! Jeden tag machst du zu etwas besonderem, dein chromosom zuviel merkt man dir nicht an. Du drehst dich, brabbelst den ganzen tag und hast einen starken willen.

Ihr seit etwas ganz besonderes, macht unser leben besonders schön. Ich liebe euch von ganzem herzen, jede auf ihre eigene art und weise!!!


zuletzt bearbeitet 23.04.2013 09:22 | nach oben springen

#2

RE: Meine Zwillinge - mit Erdenkind Charlotte mit Trisomie 21

in Erfahrungsberichte 30.08.2013 20:27
von anjazwillinge | 10 Beiträge

nun sind meine beiden fast ein jahr alt!!! die zeit vergeht so schnell...20 monate voller freude und ängste haben wir nun hinter uns. und ja, es ist nicht immer einfach. ein paar kleinere sorgen macht man sich schon um charlotte, gerade, weil man mit zwillingen immer den vergleich hat. nun hat uns doch die ganze förderungsgeschichte ein.

aber wir gehen unseren weg.


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#3

RE: Meine Zwillinge - mit Erdenkind Charlotte mit Trisomie 21

in Erfahrungsberichte 30.08.2013 21:16
von Glückskind | 1.244 Beiträge

Hi!
Ich wünsche dir Kraft und alles,alles Gute,
für euren weiteren Lebensweg.Ihr bekommt das hin.
Liebe Grüße Tanja


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#4

RE: Meine Zwillinge - mit Erdenkind Charlotte mit Trisomie 21

in Erfahrungsberichte 30.08.2013 21:43
von anjazwillinge | 10 Beiträge

vielen dank, tanja!

klar bekommen wir das hin, aber manchmal bereitet einem der alltag schon sorgen. obwohl ich denke, dass wir echt so ein glück haben, so ein besonderes kind zu haben, stößt man manchmal auch an seine grenzen. vorallem wenn man zwillinge hat, jeder so unterschiedlich, so besonders...aber der pflegeaufwand macht sich schon bemerkbar bei charlotte. vorallem im vergleich gesehen.

aber es gibt schlimmeres.


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#5

RE: Meine Zwillinge - mit Erdenkind Charlotte mit Trisomie 21

in Erfahrungsberichte 30.08.2013 22:03
von lisi | 581 Beiträge

Liebe Anja,

schön von euch zu hören. Ich wünsche euch viel Freude mit euren beiden Mädels.

lg
lisi


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#6

RE: Meine Zwillinge - mit Erdenkind Charlotte mit Trisomie 21

in Erfahrungsberichte 30.08.2013 22:13
von silvanapapa | 1.618 Beiträge

Liebe Anja,

ich bin nun schon seit dreieinhalb Monaten hier im Forum registriert, und immer noch sind hier Geschichten versteckt, auf die ich bisher noch nicht gestossen bin. Gut, dass du durch dein heutiges Update auf deine aufmerksam gemacht hast.
Ich freue mich, dass Charlotte ins Leben gefunden hat und sie euer Leben bereichert. Sicherlich ist es für euch nicht immer einfach, aber wenn ihr als Familie zusammenhaltet, werdet ihr alle schweren Zeiten durchstehen. Dafür wünsche ich euch allezeit ganz viel Kraft. Alles Liebe,
Jens


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#7

RE: Meine Zwillinge - mit Erdenkind Charlotte mit Trisomie 21

in Erfahrungsberichte 30.08.2013 22:37
von Glückskind | 1.244 Beiträge

Liebe Anja!
Ich kann mir vorstellen,wie deine Kraft und Ausdauer,
bei deinen Zwillingen gefordert ist.Dennoch bewundere
ich dich,wie sehr du deine Zwei liebst.Es ist das größte
Geschenk,was du an sie weitergeben kannst.Und sie
geben es dir,tausendfach zurück.Von diesem Geschenk
der Liebe,lebt ihr als Familie.Und das läßt euch,alles
gemeinsam schaffen.Macht weiter so.Und knuddel deine
Mäuse,ganz lieb von mir.Herzlichst Tanja


zuletzt bearbeitet 11.12.2013 21:25 | nach oben springen

#8

RE: Meine Zwillinge - mit Erdenkind Charlotte mit Trisomie 21

in Erfahrungsberichte 11.12.2013 21:05
von anjazwillis | 11 Beiträge

Hallo ihr,

ich muss einfach mal was loswerden, es beschäftigt mich die letzten Tage sehr.
Meine Freundin wurde nach zig künstlichen Befruchtungen endlich schwanger. In der 22. SSW wurde beim Baby ein Hirnaneurysma entdeckt und die Gefahr, dass das Kind schwerstbehindert sein würde, lag bei 50/50. Es hätte aber auch alles gutgehen können. Nun habe ich erfahren, dass sie das Kind "gegangen" haben. Und bin traurig und habe natürlich volles Mitgefühl für die Eltern.
Ich lese hier so oft über Eltern, die Kämpfen und ihr Kind unbedingt begrüßen wollen auf der Welt. Und frage mich, warum sie so entschieden haben.

Wenn ich an meine Charlotte denke mit ihren vielen schlechten Prognosen und Abtreibungsraten der Ärzte, bin ich so froh, dass sie heute 14 Monate ist und gesund und munter trotz T21. Natürlich ist es immer die alleinige Entscheidung der Eltern, aber ich schaue meine Tochter (Töchter) an und denke WARUM???Warum wird nicht abgewartet???Warum haben viele Kinder nicht das Recht auf Leben? Ich würde jedem gern Charlotte und ihre Geschichte erzählen und fragen: Was ist an diesem Kind nicht lebens- und Liebenswert???

Sorry für meinen Gefühlsausbruch, aber musste mal sein!!!

LG Anja


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#9

RE: Meine Zwillinge - mit Erdenkind Charlotte mit Trisomie 21

in Erfahrungsberichte 11.12.2013 22:30
von Glückskind | 1.244 Beiträge

Liebe Anja!
Mir geht es oft genauso und es macht mich dann hilflos
und traurig.Natürlich respektiere ich die
Entscheidungen der Eltern,aber akzeptieren in
meinem Herzen,daß fällt mir noch schwer.Doch
verurteilen,möchte ich damit niemanden.Denn
natürlich,ist das eine enorme psychische Belastung.
Doch für mich stellt sich die Frage,selbst wenn die
Überlebenschancen gering eingeschätzt werden,(wobei
es schon Irrtüme gab,wie man in deinem Fall erkennen
kann),verliert man sein Kind und in dem anderen Fall des
Schwangerschaftsabbruchs,verliert man es auch.Und da
bleiben dann noch die bitteren Gedanken,was wäre wenn
doch..,(weil dieses Gebiet,ein Schwebegebiet ist,wo es
keine 100% gibt).Nur was ist schlimmer und wo ist die
psychische Belastung am stärksten.Das muß jeder für
sich feststellen.Ich wüßte meine Antwort.Denn ich würde
nicht damit klar kommen,das Leben von meinem Kind,
selbst zu beenden und mir die Fragen,des was wäre wenn doch...,
stellen zu müßen.Dieser bittere Nachgeschmack,
würde bei mir erhalten bleiben.Ich möchte niemanden
verletzen und es steht mir fern zu kritisieren.Das ist
nicht meine Absicht.Ich respektiere die Meinung
Anderer und das ist eben"meine Gefühlswelt"und
"meine Sichtweise"für mich wäre es ebenfalls wichtig,
dieses Abschiednehmen(wenn es so wäre),mit meinem
Kind zu gestalten.Ein Abbruch wäre für mich,wie ein sofortiges
herausreißen meines Kindes.Denn es wäre ein Teil meines Körpers und
meines Lebens.Und dieses Geschenk Gottes,würde
ich so sehr lieben und ich könnte diesem kleinen
Wesen,die Hoffnung auf ein Leben nicht nehmen.Auch
wenn die Chancen,noch so gering wären.Der Gedanke allein
daran,da zieht sich in mir alles zusammen.
Aber ich habe da meine Einstellung und wir Menschen
sind nicht gleich.Was bestimmt auch gut so ist.Die Gefühlswelten
ticken nicht identisch.Wie mit einer schweren Diagnose
in der Schwangerschaft,jeder für sich selbst damit umgeht,
können wir nicht beeinflussen.Und wir sehen nicht,in die
einzelne Person.Obwohl ich das gerne würde;-).Aber
ich wollte dir damit nur sagen,ich verstehe deine Sichtweise.
Ganz liebe Grüße Tanja


zuletzt bearbeitet 12.12.2013 14:27 | nach oben springen


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