#1

Mitwirkung an meiner Magisterarbeit?

in Herzlich Willkommen! 20.11.2013 10:40
von LaLiLotta | 4 Beiträge

Hallo,
ich möchte mich und mein Anliegen heute kurz vorstellen. Ich selbst bin keine betroffene Mama sondern habe mich aus eher fachlichen Gründen in diesem Forum angemeldet.

Ich studiere an der Universität Erfurt den Magister Sonder- und Integrationspädagogik und schreibe in diesem Semester meine Magisterarbeit mit dem Thema: „Wenn Kennen lernen und Abschied nehmen beieinander liegen – Trauerbegleitung von Kindern bei infauster Prognose eines Geschwisterkindes im Mutterleib am Beispiel von Anenzephalie“. Hierbei konzentriere ich mich hauptsächlich auf Kinder zwischen drei und fünf Jahren sowie ausgetragene Schwangerschaften. In meiner Arbeit möchte ich auf die besondere Situation von Kindern eingehen, die ihr Geschwisterchen bereits kurz nach dessen Geburt wieder gehen lassen müssen. Ich möchte untersuchen wie Kinder in diesem Alter diesen Verlust erleben und wie man mit Ihnen die Erkrankung und den bevorstehenden Tod ihres Geschwisterchens kommunizieren kann. Was brauchen diese Kinder in der Zeit der Schwangerschaft, der Geburt und des Kennenlernens ihres Geschwisterchens? Wie kann man sie in der Zeit der Trauer gut begleiten?

In diesem Zusammenhang habe ich bereits zwei (von insgesamt drei) Interviews mit Eltern, deren Kind(er) bei der Schwangerschaft und Geburt ihres erkrankten Geschwisterchens zwischen drei und fünf Jahre alt waren, führen können. Leider sind mir aufgrund meines begrenzten finanziellen und zeitlichen Kontingents keine weiteren persönlichen Gespräche mehr möglich. Sollten Sie in Ihrer Familie jedoch auch Erfahrungen in diesem Rahmen gemacht haben, würde ich mich freuen, wenn Sie diese auf schriftlichem Wege mit mir teilen würden. Vielleicht ist es auch nur ein kurzer Gedanke oder ein bestimmtes Erlebnis, welches sie damals mit ihren Kindern hatten oder gerade haben und welches Sie als für meine Untersuchungen als relevant erachten. Dabei ist nicht unbedingt ausschlaggebend, dass ihr erkranktes Kind Anenzephalie hatte. Welchen Weg der Kommunikation sind Sie mit ihrer Familie gegangen und was hat ihrem/ ihren „großen“ Kind/ern damals gut getan? Ich freue mich über jede ihrer Meldungen und stehe Ihnen auch für Fragen jederzeit gern zur Verfügung.

Liebe Grüße

LaLiLotta


zuletzt bearbeitet 20.11.2013 10:57 | nach oben springen
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#2

RE: Mitwirkung an meiner Magisterarbeit?

in Herzlich Willkommen! 20.11.2013 11:29
von Shila | 1.319 Beiträge

Hallo meine Liebe,

willkommen hier bei uns im Forum! Ich hoffe, du fühlst dich wohl hier bei uns und wir können dich bei deiner Magisterarbeit weiter unterstützen!

@alle: Ich habe LaLiLotta bereits in Erfurt kennengelernt und auch schon ein persönliches Interview mit ihr geführt. Sie ist sehr einfühlsam und ich würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit ihr teilen mögt.

Alles Liebe!


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#3

RE: Mitwirkung an meiner Magisterarbeit?

in Herzlich Willkommen! 20.11.2013 20:57
von Klatschmohn | 1.674 Beiträge

Hallo LaLiLotta,

herzlich Willkommen hier im Forum. Gerne erzähle ich Dir von unseren Erfahrungen. Wenn Du in meiner Signatur den Link anklickst, findest Du auch die Geschichte, die ich hier im Forum öffentlich zugänglich von uns erzählt habe. Darin steht auch einiges über unsere große Tochter und unseren Umgang mit der Situation. Aber nun von vorn für Dich. Ich denke, es wird sehr lange werden. Filter Dir einfach heraus, was Du für Deine Arbeit benötigst.

Unsere Tochter Lilli wurde am 14. Juni 2012 in der 24. SSW still geboren. Sie hatte das UTS Ullrich-Turner-Syndrom und war nicht lebensfähig. Wir erfuhren erst spät, in der 20. SSW beim 2. großen Ultraschall davon. Bis dahin lief diese Schwangerschaft gut und wir hatten begonnen, Vorbereitungen für Lillis Ankunft zu treffen. Unsere große Tochter, Hanna, war mit Begeisterung voll dabei.

Sie war zum Zeitpunkt der Diagnose 3 Jahre und 7 Monate alt. Sie freute sich sehr auf ihre kleine Schwester, wünschte sich sehnlichst ein Geschwisterchen. Bereits im September zuvor hatte Hanna eine Fehlgeburt von mir mitbekommen, die sie mit Hilfe des Buches "Himmelskind" des SCM-Verlages ganz gut verarbeitet hat. Sie wusste bei der Diagnose von Lilli also bereits, dass manche Babys direkt aus dem Bauch der Mama wieder zurück zu Gott in den Himmel gehen. Unser "Himmelskind", wie wir es nannten, lebt bei ihrem Opa im Himmel.

Wir bereiteten Hanna ganz behutsam auf alles vor. Direkt nach der Diagnose sagten wir ihr lediglich, dass das Baby krank ist und wir uns Sorgen machen. In der darauffolgenden Woche nach dem nächsten Arztbesuch erklärten wir ihr, dass das Baby sehr krank sei und vielleicht aus meinem Bauch direkt wieder zu Gott in den Himmel gehen würde. Zurück zu unserem anderen Himmelskind und zu ihrem Opa.
Wir begannen, Vorbereitungen für Lillis Geburt und Abschied zu treffen. Wir kauften eine Decke, in die Lilli dann gehüllt wurde, ein Kuscheltier zum mit auf die letzte Reise geben. Auch Hanna suchte ein Kuscheltier aus und wollte unbedingt auch Schnuller für ihre kleine Schwester haben. Gemeinsam grundierten wir einen Keilrahmen für Hand- und Fußabdrücke. Hanna war mit großer Begeisterung dabei.
In dieser Zeit streichelte sie ganz oft meinen Bauch, sie sang Lilli Lieder vor, erzählte ihr Dinge aus dem Kindergarten. Sie war so liebevoll und zärtlich, kümmerte sich. Und manchmal brachte sie einen schönen gefundenen Stein, eine Feder oder ein Bild nach Hause für unser Baby.

Hin und wieder war sie natürlich auch traurig und ganz selten weinte sie. "Mama, ich mag nicht, dass unser Baby zurück in den Himmel geht." "Unser Baby soll bei uns bleiben und nicht gleich zu Gott gehen."
Ich sagte ihr dann, dass wir es uns auch sehr wünschen, dass unser Baby gesund ist (gesund wird) und bei uns bleiben kann. Doch ich vermittelte ihr auch, dass ich es ihr nicht versprechen könne und betonte immer wieder, dass es auch gut sein könne, dass Lilli sterben würde. Ganz wichtig war uns, ihr zu vermitteln, dass unser Baby eine Krankheit hat die NUR Babys im Bauch bekommen können. Wir wollten verhindern, dass sie irgendwann Angst bekommt, wenn jemand von uns lediglich eine Grippe oder eine Blinddarm-OP hat. Das ist uns, denke ich, ganz gut gelungen.

Erst als Lillis Herz nicht mehr schlug, haben wir ihr dies auch gesagt. Das war ziemlich genau 4 Wochen nach der Diagnose. Wir hatten also vergleichsweise wenig Zeit (im Gegensatz zu anderen Familien mit infauster Diagnose), uns selbst und unsere Tochter auf alles vorzubereiten.
Hanna war sehr traurig, sie hatte sich doch so sehr auf ihre Schwester gefreut. Aber auf eine kindliche, schöne Art und Weise hat sie es überraschend gut akzeptiert. Lilli würde in Zukunft mit unserem anderen Himmelskind und ihrem Opa bei Gott wohnen. Bevor ich ins Krankenhaus musste meinte sie noch: „Mama, wir müssen der Lilli auch eine Flasche mit in den Himmel geben.“ Auf meine Frage, warum denn?, antwortete sie ganz altklug: „Mama, der Opa ist doch ein Mann, und ein Mann hat doch keine Brust. Also wie soll der Opa die Lilli dann im Himmel stillen? Aber im Himmel regnet es ja und dann kann er mit der Flasche das Wasser auffangen und ihr geben.“ Ich war sprachlos, traurig, glücklich, alles auf einmal – und musste lachen. Schon damals war sie eine wunderbare große Schwester.

In den Tagen und Wochen nach Lillis Geburt und dem Abschied war Hanna sehr anhänglich. Sie brauchte mich immer, ich konnte kaum einmal das Haus ohne sie verlassen. Auch im Kindergarten wollte sie einige Tage nicht bleiben, doch die Erzieherinnen sind sehr behutsam mit ihr umgegangen. Ich denke, sie hatte Angst dass auch ich nicht wiederkommen könnte. Dieses Klammern lies langsam aber spürbar nach. 2 Wochen nach der Entbindung sind wir für ein paar Tage weggefahren. Diese intensive Zeit mit meinem Mann und mir schien ihr sehr gut getan zu haben. Danach ließ das Klammern deutlich nach und sie bekam ihre Sicherheit und ihr Vertrauen Stück für Stück wieder.

Hanna war nach Lillis Geburt nicht im Krankenhaus dabei, hat ihre Schwester nicht gesehen. Da Lilli starke Fehlbildungen, Verletzungen und Wassereinlagerungen hatte, erschien uns dies unmöglich. Rückblickend betrachtet war das in unserem Fall richtig und auch garnicht anders möglich. Selbst wir als Eltern konnten nicht so Abschied nehmen, wie wir es uns gewünscht hätten - was an einer überforderten Hebamme und fehlender Begleitung hing. Aber das ist eine andere, traurige Geschichte...
Im Mai diesen Jahres hat Hanna nun auch ein (in Sepiafarben bearbeitetes und leicht retuschiertes) Bild von Lilli gesehen. Es zeigt nur ihr Gesicht. Ich hatte etwas Befürchtungen, doch das Bedürfnis, auch ein Bild unserer kleinen Tochter aufstellen zu können, wurde übermächtig. Letztlich war es für Hanna garkein Problem. Sie schaute sich das Bild kurz an, stellte fest dass ihre Lilli eine kleine Knubbelnase hätte und hat sie genau so akzeptiert, wie sie nun mal ist. Manchmal betrachtet sie es, doch es ist für sie nicht wichtig.

Unsere Große ist nun 5 Jahre und 1 Monat alt und hat eine ganz wunderbare "Beziehung" zu ihrer kleinen Schwester. Lilli gehört für sie ganz selbstverständlich zu unserer Familie. Und auch unser anderes Himmelskind aus Sept. 2011 hat inzwischen einen Namen von ihr bekommen: Lotta. Denn es wäre ja ungerecht, wenn ein Baby einen Namen bekommt und das andere nicht.
Im Alltag ist es tatsächlich ganz oft Hanna, die Lilli zum Thema macht. Sie malt Bilder für sie, sammelt Dinge für die Erinnerungskiste oder als Dekoration fürs Grab. Am Grab dekoriert sie und singt Lieder für Lilli - auch mal ein Osterlied zu Weihnachten oder den "Sankt Martin" dann an Ostern - und zaubert damit so manchem Friedhofsbesucher ein Lächeln ins Gesicht.
In Kindergarten-Freunde-Büchern möchte sie bei der Aufzählung von Familienmitgliedern auch ihre Schwestern stehen haben. Sie erzählt den Menschen - bekannt oder unbekannt - davon, dass sie Schwestern im Himmel hat. Manchmal überfordert sie die Leute damit, doch sie bricht damit auf wertvolle Art und Weise ein Tabu mit ihrer kindlichen Leichtigkeit. Kinder in diesem Alter haben noch nicht das Gefühl für Raum und Zeit, für Endlichkeit und ähnliches - und deshalb erleben sie die Trauer um ein Geschwisterkind in diesem Alter wahrscheinlich ganz anders als wenn ihnen dies in späteren Jahren geschieht.
Zu Lillis erstem Geburtstag war Hanna die treibende Kraft für ein kleines Fest. Luftballons waren Pflicht, genauso wie Kuchen - und ihre Oma hat sie eingeladen und gleichzeitig gemeint, diese solle aber das Geschenk für Lilli nicht vergessen
Lilli ist für sie in so vielem - in den kleinsten Trauben in ihrer Schüssel, in besonders kleinen Kastanien, in den kleinsten Gurken aus dem Glas. Und in der Gedenkecke im Wohnzimmer dekoriert sie sehr gerne.

Hanna weiß, dass sie traurig sein darf, dass Lilli nicht bei uns sein kann. Ganz ganz selten weint sie oder fragt einmal, ob wir Lilli besuchen können - oder diese eben uns. Oder sie möchte wissen, ob sie ihre Schwester sehen kann, wenn wir mit einem Flugzeug über den Wolken sind.
Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass sie ihren Weg der Trauer ganz gut gefunden hat. Wir haben keine professionelle Hilfe benötigt, haben ihr Zeit gegeben, vor allem viel Halt und Möglichkeit der Nähe zu uns.

Liebe LaLiLotta, wie angekündigt wurde es nun seeeehhhhhrrrr lang. Ich hoffe, der Text hat Dich jetzt nicht "erschlagen" und es ist so ok. Es würde mich freuen, wenn ich Dir ein klein wenig weiterhelfen konnte. Sollten sich Fragen ergeben haben, dann scheue Dich nicht, sie zu stellen. Für Deine Arbeit wünsche ich Dir alles Gute!


zuletzt bearbeitet 20.11.2013 20:58 | nach oben springen
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#4

RE: Mitwirkung an meiner Magisterarbeit?

in Herzlich Willkommen! 21.11.2013 07:38
von MariesMama | 533 Beiträge

Liebe Natascha,

das hast du so berührend geschrieben, dass mir mehrmals die Tränen gekommen sind; danke, dass du uns an deinen Erfahrungen Teil haben lässt!

Liebe Grüße
Elke


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#5

RE: Mitwirkung an meiner Magisterarbeit?

in Herzlich Willkommen! 21.11.2013 09:42
von LaLiLotta | 4 Beiträge

Liebe Natascha,

auch mich haben deine Worte sehr berührt und ich bin froh und dankbar deine Erfahrungen für meine Magisterarbeit verwenden zu dürfen. Vielen Dank, dass du dir soviel Zeit genommen und mir einen so ausführlichen Einblick in Hannas Erleben deiner Schwangerschaft mit Lilli und ihre Trauer um ihre kleine Schwester gegeben hast. Sollten bei mir im Laufe des Erstellungsprozesses meiner Magisterarbeit noch Fragen auftreten, werde ich mich auf jeden Fall nochmal bei dir melden. Spätestens aber nach Fertigstellung der Arbeit, falls du Interesse an den Ergebnisse hast.
Nochmals vielen Dank und alles Liebe!

Katrin


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#6

RE: Mitwirkung an meiner Magisterarbeit?

in Herzlich Willkommen! 21.11.2013 13:45
von Klatschmohn | 1.674 Beiträge

Liebe Elke, vielen Dank für Deine lieben Worte. Ehrlich gestanden ging es mir selbst gestern beim niederschreiben genauso. Auch hier sind manchmal ein paar Tränen geflossen, weil die Erinnerungen so nah und greifbar, traurig und gleichzeitig schön waren.

Liebe Katrin, auch Dir sage ich Danke für Deine lieben Worte. Du darfst Dich gerne bei mir melden, wenn Du Fragen hast. Und das Ergebnis Deiner Arbeit interessiert mich natürlich auch sehr. Alles Gute dafür.


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#7

RE: Mitwirkung an meiner Magisterarbeit?

in Herzlich Willkommen! 21.11.2013 20:44
von speranza | 115 Beiträge

Hallo

Auch ich habe eine Tochter die im Januar 4 wird!
Wir haben unsere zweite Tochter Anfang Oktober verloren.

Unsere große wusste recht früh das ihre Schwester krank ist, sie hat immer still zugehört und irgendwann immer öfter danach gefragt ob das Baby krank ist was wir dann auch ganz klar offen gelegt haben !sie sagt immer ihre Schwester sei gestorben weil ihr herz ganz krank war . Von der TRISOMIE weiß sie nichts damit kann sie ja nichts anfangen und mit dem herz stimmt ja auch so,es war das herz was sie nicht länger halten konnte !

Als wir ihr erklären wollten das ihre Schwester tot ist, setzten wir uns mit ihr hin und sagten ihr das ihre Schwester nicht nach Hause kommen wird. Daraufhin sah sie uns ganz lächelnd und ohne Angst an und fragte : ist sie ins Paradies gegangen ? Und wir sagten ja!
Auch bei uns ist es wie bei Natascha das sie es ist die ihre Schwester in den Alltag mit einbezieht! Egal was sie aus dem kiga mit bringt egal was sie flückt oder später mal kaufen will sie tut es immer für Mama,Papa und umeyma! Sie achtet auf Gleichberechtigung wie kürzlich als wir für umeyma auch ihren Namen auf Pappe basteln sollten für das Zimmer da die große sowas ja hat und es deren beider Zimmer ist und umeyma nicht traurig sein soll weil ihr name nirgends steht!
Auch sie Erz es fremden Menschen das sie eine Schwester hat die aber tot ist ! Genauso, sie beunutzt immer das Wort tot !

Wenn sie mich traurig sieht fragt sie:bist du traurig wegen deiner umeyma? Aber du hast ja noch mich und Papa und umarmt mich und sagt Wein ruhig!
Vor ein paar Tagen sagte sie mir. Das sie nicht traurig darüber sei weil umeyma ja jetzt im Paradies auf einer großen bunten Wiese mit den anderen Kindern spielt und keine spritzen und Schläuche braucht ! Ich war baff !
(Ich muss dazu sagen das sie sehr früh das sprechen angefangen hat und mittlerweile perfekt spricht,der Arzt sagt sie ist in der sprachlichen Entwicklung sehr sehr weit) von daher wenn sie so etwas sagt dann hört es sich wirklich an als käme es jetzt von einer großen ! Jedenfalls, meine große Jennah geht damit sehr gut um! Die Vorstellung die wir ihr gegeben haben nach dem sie danach fragte wo und wie es wohl dort aussieht wo ihre Schwester ist reicht ihr um damit im Frieden zu sein! Ihre erste Frage damals war ob sie noch spritzen bekommt nach unserem nein es geht ihr jetzt ganz gut sagte sie das ist gut!
Sie war nie traurig darüber, für sie ist es ganz normal das sie eine Schwester hat sie aber woanders ist ! Sie sagt immer irgendwann gibt uns Gott unsere umeyma wieder und dann sehen wir uns!
Manchmal sagt sie vor dem schlafen gehen gute Nacht meine schöne Tote umeyma und einschlafen tut sie mit der Spieluhr von umeyma aus der Intensivstation!
Ihre Puppe trägt umeymas Strampler und heißt jetzt auch umeyma,so wollte die es! Beim Spielen sagt sie manchmal das sie mit der Puppe zum Arzt muss weil sie ganz krank ist aber bei ihr gibt es immer ein happy end !

Das war ein Einblick in unser Leben,vllt hilft es dir weiter und wenn nicht dann Tat es wenigstens mal gut es von der Seele zu schreiben !

Liebe Grüße


zuletzt bearbeitet 21.11.2013 23:08 | nach oben springen
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#8

RE: Mitwirkung an meiner Magisterarbeit?

in Herzlich Willkommen! 21.11.2013 22:44
von LaLiLotta | 4 Beiträge

Liebe Speranza,

sehr berührt habe ich deine Zeilen gelesen. Erst wenige Wochen sind vergangen seit du deine Tochter Umeyma wieder hergeben musstest und ich danke dir vielmals, dass du mir dennoch einen so offenen Einblick in Jennahs Erleben des Todes ihrer kleinen Schwester gegeben hast. Deine Worte sind ebenfalls eine große Bereicherung für meine Arbeit. Sollten sich bei mir noch Fragen ergeben, würde ich eventuell nochmal auf dich zukommen. Spätestens nach Beendigung der Arbeit infomiere ich dich aber gern über die Ergebnisse.
Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute.
Liebe Grüße

Katrin


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#9

RE: Mitwirkung an meiner Magisterarbeit?

in Herzlich Willkommen! 21.11.2013 22:57
von speranza | 115 Beiträge

Das freut mich liebe Katrin!
Über das ergebniss deiner Arbeit würde ich mich freuen,finde deine Arbeit sehr interessant!

Lg
Daniela


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#10

RE: Mitwirkung an meiner Magisterarbeit?

in Herzlich Willkommen! 22.11.2013 08:47
von rinchen | 63 Beiträge

Hallole, dann werde ich mich euch mal anschließen.

Ich bin jetzt 43 und habe im März diesen Jahres unseren Sohn still geboren.

unsere Vorgeschichte: 1994 kam unser Sohn zur Welt. 2 Jahre später, 1996 seine Schwester Tabea.
.alles war perfekt.
Dann kam der 16. Oktober 1997, ein Herbsttag wo ich mit dem Auto zu meinen Eltern unterwegs war, aber nie dort ankam.
ich hatte einen Autounfall bei dem war alle drei schwer verletzt wurden.
Tabea überlebte den Unfall leider nicht. Sie hatte drei Hämatome die auf die Hauptschlagader im Gehirn drückten, sie war sofort hirntod.
Pascal war drei wochen in der Klinik und ich zehn.
Wir sagten es Pascal ganz ehrlich und versuchten ihm zu erklären das Tabea nicht mehr nach Hause kommt, weil sie gestorben war. Sie hatte noch viel mehr und schlimmere Verletzungen wie er und in Folge dessen ist der Körper nicht mehr in der Lage weiterzuleben.
im Jahr 1999 im Februar bekam er dann eine kleine Schwester, die er immer ganz besonders beschützte.
Auch im Kindergarten war er immer jemand der immer Streit schlichten wollte und die kleineren beschütze - ich denke seine Beschützerrolle hing mit dem verlust seiner schwester zusammen.

Tabea gehört nach wie vor dazu, auch Madeleine kennt ihre große Schwester von Bildern und Videos, sie geht auch immer mit zum Friedhof und bringt neue Ideen mit ein.

Dann kam der 20.juli 2012. Ein positiver Schwangerstest lag vor uns auf dem Tisch. Naja, beide sind zu groß und zu clever um unsere verdeckten Anspielungen vor dem Test nicht zu durchschauen und so waren sie von Anfang an in alles involviert. Ich muss zugeben Pascal hatte sich zwar gefreut, aber dennoch sehr reserviert.
Madeleine war Feuer und flamme, sie freute sich soooo, ein Baby von Anfang an mitzukommen und es zu versorgen usw.
Pascal freute sich schon auch, aber anders als Madeleine, denk natürlich auch dass mit seinem alter zusammen hängt.
Beide waren auch bei dem großen US dabei und begeistert.
bei diesem Termin gab mir meine Frauenärztin eine Überweisung zur feindiagnostik, da sie die gesichtskontur nicht richtig sehen konnte. ( Monate später sagte sie mir das sie damals schon die Diagnose befürchtete, da aber die ganze Familie dabei war, wollte sie niemand beunruhigen)
U.a waren wir in Bonn zur Untersuchung und am 19. Dezember bekamen wir die diagnose Trisomie 18 danach sagten wir Ihnen natürlich die Wahrheit. Sie waren beide total geschockt. Vor allem Madeleine hatte es schlimm mitgenommen.
Wir versuchten realistisch zu sein, natürlich hofften wir, Abija lebend zu bekomme, wir setzten uns aber auch damit auseinander das er sterben würde.

Am 13. März 2013 kam Abija dann still zur Welt. Er starb während der Geburt, der Übergang zum selbstständigen Atmen war wohl für sein krankes Herz zuviel.
Da wir nachts um halb zwei ins Krankenhaus sind, haben wir Ihnen einen zettel geschrieben, wir dachten wenn wir sie jetzt wecken und ihnen sagen das wir ins Krankenhaus fahren, würden sie nimmer einschlafen, meine Eltern holten sie dann von der schule ab und Pasi ging nach der Arbeit zu ihnen.
Abija kam um 20:20 zur Welt, bis wir dann im zimmer waren war es halb zwölf, wir haben es aber allen erst am morgen gesagt, wir waren der Meinung, es müssen nicht alle ne schlaflose Nacht haben, es reicht wenn wir sie haben.
Pascal war zuhause, er wollte nicht bei meinen Eltern schlafen, wir riefen ihn dann morgens vor der Arbeit an und sagten es ihm. Er war sehr reserviert und meinte ob wir sauer auf ihn wären, wenn er nicht ins Krankenhaus käme.
Wir haben vorher immer gesagt das es ihre Entscheidung ist und sie ganz allein entscheiden konnen, also Versicherten wir ihm das wir nicht sauer sind, klar waren wir schon bissel traurig, aber es war seine Gefühlsleben und wir wollten das respektieren.

Wir haben Madeleine gesagt, das sie nicht in die schule gehen braucht, ich werde sie danach entschuldigen. Sie fragte sofort ob sie ins Krankenhaus kommen dürfe.
Sie kam dann auch und hatte ihn aufm Arm und kuschelte mit ihm.

nach ein paar Tagen Zuhause merkten wir schon das Pascal sich etwas abkapselte. Wir redeten dann mal alle ganz offen darüber. Er meinte, er habe keine große Beziehung zu Abija, er will es auch nicht, er habe aber angst uns damit weh zu tun.
Madeleine hat viele Bilder von Abija in ihrem Zimmer und hier sind Bilder von Abija und Tabea genauso wie von Pasi und Madeleine.

Pascal redet bis heute kaum über ihn, Madeleine schon eher. Ich denke bei Pascal ist es einfach das Unterbewusstsein was "dicht" macht. Er hat schon mal erlebt wie es ist, ein Geschwistern zu verliere und das diese Gefühle nimmer kommen, Verschließt er sich, natürlich nicht bewußt.

Madeleine redet viel darüber, mit uns, aber auch mit einer älteren (33jahre) sehr guten Freundin die sie hat. Da bin ich froh darüber.


Sorry für den langen Text, aber vielleicht kann er dir helfen.

Liebe Grüssle


zuletzt bearbeitet 22.11.2013 18:22 | nach oben springen
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#11

RE: Mitwirkung an meiner Magisterarbeit?

in Herzlich Willkommen! 22.11.2013 20:39
von LaLiLotta | 4 Beiträge

Liebe Rinchen,

vielen Dank, dass auch du mir einen Einblick in deine Erfahrungen gegeben hast. Deine Geschichte hat mich sehr berührt und es tut mir sehr leid, dass du sogar zwei Kinder hast hergeben müssen. Für meine Arbeit werde ich deine Erfahrungen leider nicht verwenden können, da deine Kinder bei Abijas Tod bereits älter als drei bis fünf Jahre waren. Dennoch danke ich dir vielmals für deine lange Antwort und wünsche dir und deiner Familie alles Gute.
Liebe Grüße
Katrin


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#12

RE: Mitwirkung an meiner Magisterarbeit?

in Herzlich Willkommen! 23.11.2013 13:18
von rinchen | 63 Beiträge

Dachte auch erst weil sie ja älter sind, dachte mir aber ich schreib es trotzdem aus ihrer Sicht heraus.

Pascal war bei Tabea übrigens drei jahre alt


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